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Endlich in Padua.

Antonius hielt
sich für zwei kurze Zeitspannen in Padua auf:
das erste Mal zwischen 1229 und 1230, das zweite von
1230 bis 1231, währenddessen er unerwartet schnell
verstarb. Wollen wir die gesamte Zeit ausrechnen, die Antonius
in und bei Padua verbracht hat, kommen wir auf etwa zwölf
Monate. Der Missionar verbrachte in seiner Wahlheimat in
zwei Abschnitten doch nicht mehr als ein Jahr.
Welche
Stadt zog ihn aber an, was erwartete ihn, wer nahm ihn auf?
Die ganze Stadt wartete auf ihn, mit all ihren verschiedenen,
teils gegengesetzten Komponenten.
Bereits wenige Monate nach seinem Eintreffen finden sie sich
aber am Fuße seiner Kanzel und im Beichtstuhl ein; und
wenig später bemühen sie sich leidenschaftlich um
seine Verherrlichung.
Padua
bietet sich wieder als sein Scriptorium" an,
wo er seine biblisch-liturgischen Texte verfasst.
Wir
können uns vorstellen, dass er hier nicht nur reiche
Bibliotheken vorfand sondern auch hochrangige und gute Mitarbeiter,
die ihm als Schreiber und Helfer bei der Abfassung der Texte
zur Seite standen.
Die
Sermones des hl. Antonius sind das umfangreichste
religiöse Werk, das im Mittelalter in Padua verfasst
worden ist.
Und die Stadt interessierte Antonius auch wegen seiner Universität.
Er hegte eine Vorliebe für Zentren mit Hochschulen.
Er hatte Bologna, dann Montpellier, Toulouse, Vercelli...
gewählt. Er selber war ja auch, wenn auch außerhalb
bürokratischer Institutionen, ein Einsiedler mit Lehrauftrag.
Aber die Universität war auch ein Zentrum der Jugendlichen.
Antonius wusste, unter den Jugendlichen ein guter Menschenfischer"
zu sein.
Spürte er, dass sein Wandern ein Ende nehmen würde
oder auch nicht, so war er doch bemüht, neue Kräfte
für die begeisternde Aufgabe des Verkünders des
Evangeliums anzuwerben. Doch dann wankte der Friede in
der Region. Antonius wollte eingreifen, investierte noch
mehr Kräfte, um Konflikte abzuwehren. Und auch im treuen
Padua fehlte es nicht an Häretikern.
Die
Tage des Heils.
Am
5. Februar beendete der Heilige die Anstrengung bei Papier,
Füller und Tintenfass. Die Stadt lebte innerhalb und
außerhalb der Stadtmauern in einer magischen Friedenszeitspanne.
Es verbreitete sich die Nachricht, dass Antonius zur täglichen
Liturgiestelle predigen wollte. Schon bald konnte nicht
nur die kleine Santa Maria-Kirche die Menge nicht mehr fassen,
sondern auch die größeren Kirchen waren zu klein,
die wachsende Anzahl der Menschen unterzubringen. Die Menschen
strömten in großen Mengen daher; wo sollten sie
aufgenommen werden? Die Lautstärke wurde nicht zum Problem,
hatte Antonius doch eine gute Stimme. So versammelten sie
sich im Freien. Aber auch das wurde knapp. So sah sich
der Apostel wieder einmal gezwungen - dies hatte sich
schon in Frankreich zugetragen -, außerhalb der Stadt,
auf den Wiesen, zu predigen. Adelige und das normale Volk,
Frauen und Männer, Junge und Alte, eifrige Gläubige
und gleichgültige oder kirchenferne Menschen, Edelmänner
und Spitzbuben, der Klerus und die Laien fanden sich ein,
um das Eintreffen des Gottesmannes zu erwarten. Selbst der
Bischof Jakob nahm am Bußweg der Fastenzeit teil,
den er selbst genehmigt hatte, und freute sich, seine Gläubigen
auf den fruchtbaren Feldern vereinigt zu sehen.
Von
Predigt zu Predigt verbreitete sich der Ruf dessen, was in
Padua geschah, und die Zahl der Zuhörer wuchs stetig
an. Eine unendliche Menge wartete an seinem Beichtstuhl. Es
war unmöglich, ihr beizukommen, obwohl ihm einige Mitbrüder
die Anstrengung mildern helfen wollten. Es blieb ihm nichts
anderes übrig, als den Abend abzuwarten, als sich die
Menge zurückzog. Die Legenda assidua berichtet, dass
er bis Sonnenuntergang kein Mahl zu sich nahm. Manch einer
kam zur Beichte und berichtete, dass ihn eine Erscheinung
dazu bewegt habe, umzukehren und zur Beichte zu gehen.
Die
Legenda assidua (13,11-13) bezeugt, dass Antonius den
brüderlichen Frieden bei Unstimmigkeiten wieder herstellte;
er gab Gefangenen ihre Freiheit wieder; er ließ zurückerstatten,
was mit Gewalt und Wucher entwendet worden war."
Es
kam so weit, dass man Häuser und Land mit Schulden belastete
und den Erlös dem Heiligen zu Füßen legte;
auf seinen Rat hin wurde geraubtes Gut, ob auf gütlichem
oder gewaltsamem Weg entwendet, den Bestohlenen zurückerstattet.
Er befreite Dirnen von ihrem schändlichem Geschäft,
und Diebe, die ob ihrer Missetaten berühmt waren, bewahrte
er davor, ihre Finger an anderer Leute Sachen zu versuchen.
Nachdem glücklich 40 Tage vergangen waren, hatte er auf
diese Weise und dank seines Eifers eine dem Herrn wohlgefällige
Ernte eingefahren.
Ich
kann nicht verschweigen, wie er so viele Leute dazu brachte,
ihre Sünden zu bekennen, dass weder die Brüder
noch die Priester ausreichten, die ihn begleiteten.".
Antonius
mischte auch bei der Änderung der Gemeindelegislation
Paduas mit. Es handelt sich um einen Punkt im Statut,
bei dem es um die zahlungsunfähigen Schuldner geht,
der das Datum Montag, 17. März 1231 trägt.
Im
Folgenden der übersetzte Text:
Auf
Bitten des ehrwürdigen Bruders, des heilig mäßigen
Antonius, des Beichtvaters aus dem Orden der Minderbrüder
darf künftig kein Schuldner oder Bürger persönlich
seiner Freiheit beraubt werden, wenn er zahlungsunfähig
ist. Haften kann er in einem solchen Fall mit seinem Besitz,
aber nicht mit seiner Person oder Freiheit."
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