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Die Basilika des hl. Antonius
Antonianische Caritas
Casa del Pellegrino

Antonius, die Liebe zur Armut
 
T. Lombardo, Das Wunder des Herzens des Geizhalses, 1525Nachdem Antonius aus der Klausur der reichen Stiftungen Portugals in das "weite Kloster der Welt" hinausgetreten ist, gibt er sich vollständig der Armut der Minoritenfamilie hin. Er macht die Erfahrung, sich vertrauensvoll in die Hände der Vorsehung zu begeben, als er nur mit einer Kutte, ohne Geld und im Zeichen der völligen menschlichen Unsicherheit und mit der völligen Sicherheit auf die Hilfe des himmlischen Vaters nach Afrika aufbricht.

(Gerade mal ein paar Jahre später, als Franziskus noch am Leben war, erlaubte Papst Honorius III. den Minoritenbrüdern, die in Marokko Missionarsarbeit betrieben, Geld zu benutzen, sich nach örtlichem Usus zu kleiden, die Tonsur abzuschaffen und sich einen Bart wachsen zu lassen). Mit dem einzigen Reichtum seiner Armut gelangte Antonius in Italien bis nach Assisi und zog sich dann nach Montepaolo zurück.

Antonius wird mit seinen Sermones zum Sänger der Armut: "Oh Armut, deine Wonnen bieten denjenigen, die dich lieben, ewige Süße."

Wie Franziskus liegt der Grund für Antonius, die Armut zu lieben, in der Tatsache, dass Jesus Christus zu aller erst arm gewesen ist. Er schreibt: "In Christus vereinten sich die Armut, der Gehorsam und die Demut… Die selige Jungfrau, die den Sohn Gottes gebar, wickelte ihn in Windeln der goldenen Armut. Wie fein ist doch das Gold der Armut! Wer es nicht besitzt, auch wenn er all die Güter der Welt besäße, der besitzt überhaupt nichts… In der Welt der Armut, der Demut und der Erniedrigung wächst die Liebe zur göttlichen Erhabenheit."

Wie Franziskus auch will Antonius die Armut mit Freude leben: "In der Armut liegt die Freude… Die wahre Armut ist immer heiter… Die heitere und freiwillige Armut gibt Kraft…"

Der Liebe zur Armut und zu den Armen, die ihm von der franziskanischen Familie gegeben wurde, fügt Antonius seine feurige Verteidigung der Armen (die er "die Armen Christi" und "die Brüder des armen Christus" nennt) gegenüber den Mächtigen, Wucherern und reichen Profiteuren hinzu. Der Autor der Vita prima von Antonius schreibt: "Er ließ ihnen das zurückgeben, was ihnen durch den Wucher und die Gewalt genommen worden war. Es ging soweit, dass der, der Hypotheken auf Häuser und Boden aufgenommen hatte, ihm den Gewinn zu Füßen legte, und auf seinen Rat hin, soviel wie genommen worden war, zurückerstattet wurde, wobei der Wert zurückgegeben oder die Schuld erlassen wurde." Bruder Giovanni de la Rochelle, Minoritenbruder, der im Jahre 1245 starb, belegt: "Zu unserer Zeit haben wir nie von einem so sanften Ratgeber der Armen und einem so harten Ankläger der Reichen gehört."



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