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Die Basilika des hl. Antonius
www.caritasantoniana.org
Casa del Pellegrino

Gemeinsamkeiten
 
C. Pastro, Der hl. Antonius in MontepaoloBefassen wir uns jetzt mit den Übereinstimmungen bei den beiden Heiligen, die die Quellen gemeinsam präsentieren. Als Prediger und Co-Thaumaturg, treuer socius des Gründers, lebt Antonius in der franziskanischen Tradition und wird in einem Anlauf von conformitates, die sich nach und nach in dem Maße intensivieren, wie sich das franziskanische Bewusstsein des anfänglichen Ordens befestigt, schrittweise an Franziskus angepasst.

Der heilige Antonius ist eine essenzielle und entscheidende Figur in der Erfolgsgeschichte der franziskanischen Bewegung.

Welche Übereinstimmungen lassen sich also finden?

  • Die Liebe zur Armut des Evangeliums: Sie besitzen nichts, weder privat, noch in der Gemeinschaft. Sie führen ein Leben harter Entbehrungen, das ihre Gesundheit dauerhaft schädigt und sie im besten Mannesalter dahinrafft.

  • Der selbstgewählte Austritt aus der Gesellschaft, um den Armen nahe zu sein: Beide treten selbst aus der Gesellschaft aus. Der eine verzichtet auf das Geld des Vaters, eines Kaufmanns, der andere verlässt die Bequemlichkeiten, die mit seinem aristokratischen Rang verbunden sind. Sie werden aus eigenem Willen Kameraden der Armen, der Ausgestoßenen und der Unglückseligen.

  • Das Leben der Evangelisation und der Kontemplation: Sie teilen die Ausrichtung auf ein "gemischtes Leben", indem sie die Verkündung des Evangeliums beim Volk mit der Kontemplation, die Zeiten im Apostolat mit den Aufenthalten in der Einsiedelei, die Seelsorge mit dem Gebet in der Stille miteinander verbinden.

  • Die Ablehnung von Gewalt: Beide lehnten den Rückgriff auf Gewalt ab (wir befinden uns im Zeitalter der Kreuzfahrten und am Beginn der unglückseligen Inquisition). Das Festhalten am Glauben ist kein Zwang, sondern die gereifte Überzeugung mit Respekt gegenüber dem Rätsel eines jeden Menschen. Wenn sie sich Gewalt erlauben, dann die der Liebe und des Vertrauens ("Frieden und Gutes") und die der persönlichen harten Bestrafung.

  • Treue gegenüber der kirchlichen Hierarchie: Ohne Abschweifungen mit perfekter Loyalität sind sie dem Papst und der ekklesiastischen Hierarchie treu ergeben. Obwohl sie sehr radikal sind (in unterschiedlichen Formen, wie bereits gesehen) entfernen sie sich nicht von der Orthodoxie und solidarisieren sich weder explizit, noch implizit mit den ketzerischen Abweichungen. Genau diese unerschütterlichen Katholiken, zusammen mit dem Heer ihrer Mitbrüder, werden dem katholischen Leben wieder Glaubhaftigkeit und Faszination verleihen und es von jeglichem Kompromiss oder Nachgeben gegenüber anderen "Wegen" fernhalten.

  • Das Primat Gottes: Beide Heilige bieten ein beständiges Beispiel der vertikalen Dimension, die die horizontale unterstützt und bestimmt. Gott ist die erste Instanz; die Kenntnis von ihm, die Liebe für ihn und der Dienst an ihm nehmen den ersten und bevorzugten Raum ein. Contemplari, et contemplata aliis tradere (die anderen an den Früchten der Kontemplation teilhaben lassen), wie der heilige Thomas von Aquin sagt. Aus der Beziehung zu Gott entsteht und erwächst die apostolische Tätigkeit. Er ist die Quelle der Vergebung, des Friedens und der Erlösung. Die Mission im Namen des Evangeliums hat als einziges Ziel, die Seelen zu Gott zu führen, dem einzig wahren Hirten der Herde.

  • Christus im Zentrum: In ihrer Spiritualität steht der Mensch gewordene Sohn Gottes im Mittelpunkt, wobei besondere Aufmerksamkeit auf bestimmte Phasen in seinem irdischen Leben gelegt wird, wie z.B. auf Weihnachten und die Passion. Es ist eine sehr konkrete Spiritualität, die dem Volk direkt ins Auge und ins Herz fällt.

  • Die Gegenwart Marias: Neben der privilegierten Rolle, die beide in Übereinstimmung mit ihrer Zeit dem eucharistischen Mysterium zusprechen, gibt es die Gegenwart Mariens, in der die göttliche Mutterschaft, die mutige Armut, die bewegende Demut und der erhebende Ruhm hervorgehoben werden.

  • Die Rolle der Natur: Auch ihr Verhalten gegenüber der Natur ist ihnen gemeinsam, wenn auch mit wichtigen originellen Nuancen. Die Natur ist die Offenbarung der allmächtigen Liebe Gottes, wie ein Chor aus Brüdern und Schwestern, die uns lehren im Glauben und in der Güte zu leben. Sie ist ein Widerschein der wunderbaren und furchterregenden Schönheit des Schöpfers. Wir erleben Antonius in freudiger Betrachtung der Paduanischen Poebene von der Höhe eines der Hügel Euganei. Der Thaumaturg ergeht sich im Lob über die heitere, grüne und fruchtbare Landschaft. Ein weiterer Zug: Der Nussbaum von Camposampiero. Der gebildete, feine Antonius verliebt sich in eine riesige Pflanze und träumt davon, in ihren Zweigen, eine Zelle aus Holz und Matten zu erbauen, in der er eine freudige Stille erleben möchte. Bücher ja, aber auch Poesie; Strenge ja, aber auch Schrullen und Einbildungen. Seine eigenen Schriften zeugen von seiner Lyrik, von seiner Fähigkeit, die prosaische Realität zu verklären. Eine Parallele: Seine Predigt zu den Fischen. "Der, der die Vögel aufmerksam der Predigt des heiligen Franz von Assisi zuhören lies, versammelte die Fische und ließ sie aufmerksam der Predigt seines Sohnes Antonius lauschen." Die Einbeziehung der Tierwelt wird in beiden Fällen von der Weigerung der Menschen ausgelöst, dem Wort Gottes zuzuhören. Diese Übereinstimmung mit der Schönheit der Natur ist ganz nach dem franziskanischen Geschmack.

  • Das singende Zusammentreffen mit Bruder Tod: Keine Depressionen, kein hängender Kopf, keine makaberen Ansätze, sondern Erhebung und Inspiration. Singend, wie der Poverello, empfing er den Tod. Antonius sah, wie sein Herr ihm entgegen kam und ihn zur himmlischen Hochzeit einlud. Er löste sich im Flug von dieser Erde, wobei er ein Loblied auf die Assunta anstimmte. So zelebriert er den Triumph über den Tod. In dieser Hinsicht ist Antonius auf der gleichen Wellenlänge mit Franziskus.



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