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Antonius
wiederholt nicht Franziskus. Er hat unverwechselbare Begabungen,
seine grundlegende Bildung, die er auf einzigartige Weise
ausdrückt und weiterentwickelt. Die zwei Heiligen sind
gegeneinander genau abgegrenzt.
Ihr
sozialer Hintergrund ist verschieden:
Sohn
eines Händlers mit ritterlichen Ambitionen, Franziskus;
ein unruhiger Adliger auf der Suche nach dem inneren Frieden,
Antonius. Unterschiedlich ist auch ihre kulturelle Ausbildung:
Franziskus nennt sich selbst "einen einfachen
und ungebildeten Mann"; Antonius ist ein raffinierter
Theologe und geschickter Prediger.
Er
ist ein Gelehrter: ein Mann der die gelesenen Bücher
mit Leidenschaft aufgenommen hat, ein gebildeter und überzeugender
Redner, Lehrer, Schriftsteller.
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Unterschiedlich
sind ihre Charaktere: Franziskus zeigt sich gegenüber
dem hohen und niedrigen Klerus voller Respekt und Zurückhaltung,
obwohl er ihnen bei aller Diskretion seine Meinung sagt.
Antonius ist, zumindest in seinen Schriften, aggressiv
und manchmal ohne Mitleid bei der Aufdeckung der Laster
und der Untugenden der Kirchenhirten. Den gleichen
kühnen Stolz vertritt er gegenüber den Mächtigen,
Reichen und Wissenden der Welt. Er sagt seine Meinung
mit erhobenem Visier und unerschrockener Bestimmtheit.
Im Gegensatz dazu enthält sich Franziskus scharfer
Verweise und Schwertschläge, auch wenn sein Herz
in Anbetracht der Ungerechtigkeiten, der Unterdrückung
und der Diskriminierung weint.
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Unterschiedlich
ist die Geschichte ihrer Berufung: Franziskus erlebt
die Berufung, dem armen und gekreuzigten Jesus Christus
zu folgen, noch während er den Idealen eines
ritterlichen und abenteuerlichen Lebens nachjagt. Antonius
erlebt sie, als er bereits den geheiligten Weg eingeschlagen
hat.
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Unterschiedlich
ist ihr Stil in der Seelsorge: Franziskus verkündet
das Evangelium mit Unmittelbarkeit und Einfachheit, ohne
Kommentare (sine glossa). Antonius hingegen, mit
seinen tiefen Wurzeln und einem großen kulturellen
Hintergrund, vertieft den Sinn der Schrift mit der
Methode des Kommentars, wobei er sich der Kenntnis
der Kirchenväter und der Naturwissenschaften seiner
Zeit bedient.
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Verschieden
sind ihre biografischen Erfahrungen: Franziskus, der charismatische
Anführer einer Gruppe, die im Kontext des europäischen
evangelischen Armutsbewegung steht, ist der leader einer
Bewegung, die sich in einen ordo wandeln wird. Antonius,
der unruhige augustinische Kanoniker, der später
zur franziskanischen Bewegung übergeht, ist vom
Wunsch nach dem Martyrium getrieben und wird zur Hauptfigur
der evangelischen Predigt, die die franziskanische
Bewegung von Beginn an charakterisiert
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