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Die Basilika des hl. Antonius
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Casa del Pellegrino

Franziskus und Antonius
 
Donatello, Franziskus, Detail, 1447Der heilige Antonius ist Franziskaner. Denn ab dem Jahr 1220, als er den Augustinerorden verlassen hatte, reihte er sich bei den Nachfolgern von Franz von Assisi ein und wurde "Minoritenbruder". Er wurde in weitestem Sinn, vage und originell, Sohn und Nachfolger von Franziskus.

Antonius ist zutiefst "Franziskaner", doch er hat sein "Franziskanertum" mit seiner besonderen spirituellen Sensibilität, seinem Temperament und auf der Grundlage seiner kulturellen Bildung gelebt, über das reine und einfache Zeugnis des Evangeliums hinaus.

Wann trafen sich Franziskus und Antonius? Was sind die Unterschiede und Eigenheiten, die sie charakterisieren? Welches sind die Gemeinsamkeiten der beiden Heiligen? Was für eine Art Franziskaner war Antonius? Kann man von einer direkten Abhängigkeit von Franziskus und dessen Spiritualität sprechen?

Die beiden Heiligen waren für sechs Jahre, von 1220 bis 1226, Zeitgenossen im Minoritenorden. Die persönlichen Kontakte, von denen wir wissen, reduzieren sich auf drei flüchtige Treffen.

    1. Wir wissen, dass der heilige Antonius am Generalkapitel der Stuoie, das im Mai 1221 in Assisi gefeiert wurde, teilnahm. Es dauerte ca. eine Woche und es nahmen gut 3000 Brüder unterschiedlichster Couleur daran teil. Antonius sah und hörte im Gedränge Franziskus sprechen. Das war alles. Kein Zeugnis belegt ein persönliches Treffen der beiden Heiligen. Angesichts der Situation war dies unmöglich. Franziskus war mit zahlreichen und dringenden Problemen überhäuft und gesundheitlich angeschlagen. Der Zeitplan war genau eingeteilt. Die Anwesenden waren ein einziges Getümmel. Antonius war nur ein junger Rekrut, allen unbekannt und durch eine misslungene missionarische Expedition gekennzeichnet: Eine Persönlichkeit, die sich erst noch entwickeln musste.

    2. Das einzige Zeugnis einer zweiten Begegnung zwischen den beiden ist ein liebenswürdiger Brief, voller Bewunderung und Anerkennung, den Franziskus dem Antonius, "seinem Bischof", zwischen Ende 1223 und Anfang 1224 nach Bologna schickte. In diesem Brief autorisierte er ihn, den Brüdern Theologie zu lehren, doch mit der Auflage, dass diese nicht zu Lasten des Gebets ginge. Die Bedeutung dieses Briefes besteht in der Investitur Antonius als Prediger und Meister der Theologie ex cathedra von Seiten Franziskus'. Er ist das historische Siegel der Entscheidung Antonius' und der Art, in der Antonius den Weg der Predigt eingeschlagen hat. Der Brief stellt auch eine Orientierung dar, die der franziskanischen Bewegung gegeben wurde: Sie nach den von der historischen und ekklesiastischen Situation geforderten seelsorgerischen Notwendigkeiten auszurichten, so wie das die dominikanischen Zeitgenossen getan hatten. Zeichen für diese Orientierung war auch ein Wechsel im Predigtstil: der dem modus concionandi - typisch für Franziskus - wurde völlig zurückgestellt, um zur Entwicklungslinie einer traditionellen religiösen Predigt zurückzukehren, die der Heilige anreicherte und komplizierte.

    3. Bei der dritten "Begegnung" ist Franziskus der Hauptdarsteller. Er erscheint bei dem Kapitel in Arles im Jahre 1224 (in den Tagen der Stigmata!), während Antonius seinen Brüdern eine Predigt über das Thema des Kreuzes hält. Nur ein Bruder, Monaldo, wird Zeuge dieser Vision, nicht einmal Antonius bemerkt sie. Die anderen erfahren nur indirekt von seiner Präsenz. Dennoch handelt es sich hierbei immer noch um eine Versammlung und nicht um ein freundschaftliches Gespräch unter vier Augen, abseits und voller Vertraulichkeit. Das Bild des praedicator ist das, was die Gegenwart Antonius in den franziskanischen Quellen am besten repräsentiert. Interessant ist dabei der Bezug zu einer Kapitularversammlung von Brüdern, die von gelehrten Männern wie Antonius auf die Predigt vorbereitet werden sollen.



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