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Die Basilika des hl. Antonius
www.caritasantoniana.org
Casa del Pellegrino

Anthologie
 


Wie schrieb der heilige Antonius?

Miniatur mit dem hl. Lukas, aus einem Manuskript von Grottaferrata, XIII JhWir haben hier eine kleine Anthologie aus den Sermones zusammengestellt, um einige Gedanken und geistliche Ausdrücke direkt zu "erleben". Der heilige Antonius ließ sich beim Schreiben direkt von dem Wort Gottes inspirieren, das er aus dem Gedächtnis zitiert. Häufig bezieht er sich zudem auf die großen Kirchenväter. Die Sermones des heiligen Antonius' sind eine biblische und gelehrte Wanderung, die jedem zur Verfügung steht, der sich Gott nähern möchte und sein Leben nach seinem Wort ausrichten möchte.

Es handelt sich um kurze, aber eindrucksvolle Passagen aus den vielen, auf mehr als 1260 Seiten gesammelten Predigten.

Die Passion Christi

Die Passion Christi zieht sehr viele an, viel mehr als sein übriges Leben. So bewahrheitet sich sein Ausspruch (Johannes 13,23): Wenn ich von der Erde auferstanden sein werde, werde ich alle zu mir ziehen!


Aus vier Gründen zeigte, meiner Ansicht nach, der Herr den Aposteln die Hände, die Seite und die Füße.


1. Erstens, um zu belegen, dass er wirklich auferstanden sei, und uns jeglichen Zweifel daran zu nehmen.
2. Zweitens, damit die Taube, das ist die Kirche oder die gläubige Seele, in seinen Wunden ihr Nest bauen könnte, wo sie sich vor dem Raubvogel, der sie bedroht, verstecken könnte.
3. Drittens, um in unseren Herzen die Stigmata seiner Passion als Zeichen einzuprägen.
4. Viertens zeigt er sie uns, um uns zu bitten, seine Schmerzen zu teilen, damit wir vermeiden, ihn noch ein weiteres Mal mit den Nägeln der Sünde zu kreuzigen.

Er zeigt uns also seine Hände und seine Seite und spricht: "So sind die Hände, die euch geformt haben, von den Nägeln durchbohrt worden! Hier ist die Seite, aus der ihr Gläubigen, meine Kirche, geschaffen wurdet, wie Eva aus der Rippe Adams. Sie wurde von der Lanze geöffnet, um für euch den Eingang zum Paradies zu öffnen, die von dem Cherubin mit einem brennenden Schwert verschlossen war." Tatsächlich vertrieb das Blut aus der Seite Christi den Engel und machte das Schwert stumpf, während das Wasser, das aus seiner Seite floss, das Feuer löschte.

Der Heilige Geist


Das Feuer ist von seiner Natur her körperlos und unsichtbar; doch aufgenommen von einem Körper nimmt es eine andere Farbe an, je nachdem, was für ein Material verbrennt. Auf die gleiche Art ist der Heilige Geist nicht sichtbar, wenn nicht mit Hilfe der Kreaturen, in denen er wirkt.


Und alle wurden erfüllt von dem Heiligen Geist (Apostelgeschichte 2.4). Sie sind erfüllt vom Heiligen Geist, der als einziger die Seele füllen kann. Denn die gesamte Welt ist nicht in der Lage sie zu füllen.


Und sie fingen an, zu predigen in anderen Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen (Apostelgeschichte 2.4). Wer erfüllt ist vom Heiligen Geist, spricht verschiedene Sprachen. Die verschiedenen Sprachen sind die unterschiedlichen Zeugnisse Christi, nämlich:

· die Bescheidenheit
· die Armut
· die Geduld und
· der Gehorsam.

Wir sprechen diese Sprachen, wenn wir den anderen diese Tugenden in uns selbst zeigen. Das Reden ist eine lebendige Sache, wenn die Werke reden. Mögen die Worte enden, mögen die Werke sprechen! Wir sind voll von Worten, doch leer an Taten, und daher ziehen wir die Verdammung des Herren auf uns, der den Feigenbaum verdammte, an dem er keine Frucht fand, sondern nur Blätter.

Gregorius schreibt: "Das Gesetz des Predigers ist, dass er in den Taten das verwirklicht, was er mit Worten verkündet hat. Vergeblich rühmt sich, das Gesetz Gottes zu kennen, wer die eigene Lehre durch die Taten zerstört." Die Apostel hingegen sprachen so, wie es ihnen der Heilige Geist gebot sich auszudrücken. Glücklich sei der, der so spricht, wie ihn der Heilige Geist inspiriert, und nicht sein eigener Geist!

Das geistige Testament des heiligen Antonius


Von drei Dinge stammen der Tod oder das Leben ab:


· vom Herzen

· von der Zunge und

· von der Hand.


Das Herz symbolisiert die Übereinstimmung mit dem Guten oder dem Bösen; die Zunge unsere Ausdrucksfähigkeit von Worten; die Hand unser Handeln. Wenn wir den Herren in diesen drei Arten verleugnet hätten, nun denn: das Böse sollte mit seinem Gegenteil geheilt werden, indem wir ihn auf dieselbe Art loben
Wer keinen Glauben hat oder der Todsünde verfällt, verleugnet ihn mit dem Herzen. Stephanus sagt in Apostelgeschichte, 7, 35: Sie hatten Moses verleugnet, indem sie sagten: "Wer hat dich zum Fürst und Richter über uns gemacht?" Moses, das bedeutet "im Wasser lebend", verkörpert den Glauben, der sich von den Wassern der Taufe nährt; oder von der Gnade der Reue. Der Glaube ist die erste Tugend, ist der Fürst; Richter ist die Gnade der Reue, mit der der Sünder über sich selbst richtet und das vollbrachte Übel verdammt. Sie verleugnen Moses und wollen nicht, dass er Fürst und Richter über sie sei, die keinen Glauben haben oder der Todsünde verfallen sind.
Mit der Zunge verleugnet derjenige Christus, der durch die Lüge die Wahrheit zerstört, oder den Nächsten verleumdet. Petrus spricht (Apostelgeschichte 3.13-14): Ihr habt den Rechten verleugnet und gebeten, dass ein Mörder freigelassen würde. Pilatus, das bedeutet "Mund des Hämmerschmieds", ist die Lüge und die Verleumdung. Jene leugnen Christus, die die Wahrheit mit der Lüge und die Nächstenliebe mit der Verleumdung schlagen und zerstören.
Mit der Hand verleugnet auch derjenige Christus, der verderbte Taten vollzieht. Er verleugnet Gott mit den Werken, sagt der Apostel (Brief des Paulus an Titus 1.16). Mögen also diejenigen, die Christus in der Dunkelheit der Sünde verleugnen, bei der Predigt des Wort Gottes bereuen, bis sie im Licht der Reue zusammen mit Petrus dreimal bekennen können: Ich liebe, ich liebe, ich liebe!

Ich liebe mit dem Herzen,

durch den Glauben und die Demut

ich liebe mit der Zunge,

indem ich die Wahrheit verkünde und den Nächsten erbaue;

ich liebe mit der Hand

durch ein reines Handeln.

Lobrede der Stille und der Einsamkeit

Gott gibt der Seele in der Einsamkeit des Geistes und des Körpers Frieden. Von ihm steht in den Klagelieder 3, 28-29: Einsam wird er sich setzen und schweigen, denn er wird sich über sich selbst erheben; er wird seinen Mund in den Staub drücken.

In diesem Satz sind fünf Dinge enthalten, die für jeden Rechtschaffenen notwendig sind:

1. der Frieden der Seele, wo gesagt wird: Er wird sich setzen

2. die Trennung von den irdischen Gütern, wo gesagt wird: Einsam

3. die Schweigen des Mundes, wo ergänzt wird: Und er wird schweigen;

4. die Erhebung in die Kontemplation: Er wird sich über sich selbst erheben

5. die Erinnerung an die eigene Zerbrechlichkeit: Er wird seinen Mund in den Staub drücken, um darüber zu reden im Angedenken an das, was geschrieben steht: Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden (1. Mose 3.19)

Das Schiff der Buße und der Bekehrung

Um ein Schiff zu steuern sind wenigstens vier Dinge nötig: Der Mast, das Segel, das Ruder und der Anker.

1. Der Mast symbolisiert die Reue des Herzens;

2. das Segel ist die Beichte des Mundes; denn die Beichte muss mit der Reue verbunden werden, wie das Segel mit dem Mast;

3. das Ruder, die Werke der Wiedergutmachung: Fasten, Beten, Almosen;

4.. der Anker, die Erinnerung an den Tod.

So wie der Anker das Schiff zurückhält, damit es nicht auf die Felsen aufläuft, so hält die Erinnerung an den Tod unsere Seele zurück, damit diese nicht in den Sünden untergeht. Zu dieser Gelegenheit sagt Sirach, 7.40:Was du auch tust, so bedenke dein Ende, dann wirst du nie etwas Böses tun. Wer also wünscht, von dem Ufer dieses sterblichen Lebens zum Ufer der Unsterblichkeit zu gelangen und die himmlische Stadt Jerusalem zu erreichen, der besteige das Schiff der Reue, wie der Apostel mahnt.

Erneuert euch im Geist eurer Gedanken

In der Reue des Herzens

Und kleidet euch mit dem neuen Menschen

In der Beichte des Mundes,
Geschaffen durch Gott in der Gerechtigkeit und Heiligkeit der Wahrheit

In der Wiedergutmachung des Bösen durch gute Taten.

Der Duft der ewigen Gemeinschaft

Jesus sagt: In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. (Johannes 14.2). Hier die Frucht des Granatapfels, dessen Körner alle von derselben Schale bedeckt sind und doch hat jedes Korn seine eigene Höhle. So wird in dieser ruhmreichen Ewigkeit eine einzige Wohnung sein, doch jeder wird seine eigene Zelle darin haben, denn unterschiedlich ist die Würde in der selben Ewigkeit, anders ist der Glanz der Sonne, anders der des Mondes und noch wieder anders der der Sterne.

Doch trotz des unterschiedlichen Glanzes wird die Freude gleich sein, denn ich werde dein Gutes genießen, so wie meins, und du wirst meines genießen, wie das deine. Ein Beispiel: Wir sind hier zusammen und ich halte eine Rose in der Hand.

Die Rose ist meine, und doch genießt du ihre Schönheit und ihren Duft, so wie ich ihn genieße. Auf ähnliche Weise wird im ewigen Leben mein Ruhm deine Freude und dein Frohlocken sein.

In diesem großen Glanz wird die Leuchtkraft der Körper sein, die ich in deinem Gesicht wie in einem Spiegel werde erblicken können, und du wirst dich in meinem Gesicht sehen können, und daraus wird eine erhabene Liebe erwachsen. Augustinus sagt: "Welche Liebe wird sein, wenn jeder sein Gesicht im Gesicht der Brüder sehen wird, so wie wir hier unten jeder das Gesicht des anderen sehen?" Alles wird in diesem Glanz glänzen, nichts wird den anderen verborgen bleiben, nichts wird dunkel sein.

In der Offenbarung des Johannes 21.18 lesen wir: Die Stadt Jerusalem wird aus reinem Gold sein, ähnlich reinem Kristall. Jerusalem wird wegen des Glanzes der ruhmreichen Körper wie reines Gold sein, die ähnlich reinem Kristall sein werden, denn, wie jedes Ding, das im reinen Kristall enthalten ist, von außen klar zu erkennen ist, so werden in dieser Friedensvision alle Geheimnisse des Herzens gegenseitig klar sein und daher wird in ihnen unauslöschliche, erhabene und gegenseitige Liebe brennen.

Augenblicklich lieben wir uns jedoch nicht wahrlich gegenseitig wie es nötig wäre, denn wir verstecken uns im Dunkel, wir schließen uns gegenseitig von dem Geheimnis unseres Herzens aus und so erkaltet die Liebe, und die Vergiftung breitet sich aus.

Wenn's nicht so wäre, hätte ich es euch gesagt (Johannes 14.2), d.h. wenn die Dinge anders wären, hätte ich es euch nicht verschwiegen, ich hätte es euch vielmehr aufrichtig offenbart, dass es dort oben viele Zimmer gibt. Doch wisst, dass ich euch einen Platz bereiten werden. Ein Vater bereitet für den Sohn einen Platz, auch der Vogel bereitet ein Nest für seine Küken. So hat Christus uns einen Platz bereitet: Die Ruhe des ewigen Lebens; und zuvor hat er uns noch den Weg geöffnet, um dahin zu gelangen. Er sei gesegnet in alle Ewigkeit. Amen.



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