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Wie
schrieb der heilige Antonius?
Wir
haben hier eine kleine Anthologie aus den Sermones zusammengestellt,
um einige Gedanken und geistliche Ausdrücke direkt zu
"erleben". Der heilige Antonius ließ sich
beim Schreiben direkt von dem Wort Gottes inspirieren, das
er aus dem Gedächtnis zitiert. Häufig bezieht
er sich zudem auf die großen Kirchenväter. Die
Sermones des heiligen Antonius' sind eine biblische und gelehrte
Wanderung, die jedem zur Verfügung steht, der sich Gott
nähern möchte und sein Leben nach seinem Wort ausrichten
möchte.
Es
handelt sich um kurze, aber eindrucksvolle Passagen aus den
vielen, auf mehr als 1260 Seiten gesammelten Predigten.
Die Passion
Christi
Die
Passion Christi zieht sehr viele an, viel mehr als sein übriges
Leben. So bewahrheitet sich sein Ausspruch (Johannes 13,23):
Wenn ich von der Erde auferstanden sein werde, werde ich alle
zu mir ziehen!
Aus vier Gründen zeigte, meiner Ansicht nach,
der Herr den Aposteln die Hände, die Seite und die
Füße.
1. Erstens, um zu belegen, dass er wirklich auferstanden sei,
und uns jeglichen Zweifel daran zu nehmen.
2. Zweitens, damit die Taube, das ist die Kirche oder die
gläubige Seele, in seinen Wunden ihr Nest bauen könnte,
wo sie sich vor dem Raubvogel, der sie bedroht, verstecken
könnte.
3. Drittens, um in unseren Herzen die Stigmata seiner Passion
als Zeichen einzuprägen.
4. Viertens zeigt er sie uns, um uns zu bitten, seine Schmerzen
zu teilen, damit wir vermeiden, ihn noch ein weiteres Mal
mit den Nägeln der Sünde zu kreuzigen.
Er
zeigt uns also seine Hände und seine Seite und spricht:
"So sind die Hände, die euch geformt haben, von
den Nägeln durchbohrt worden! Hier ist die Seite, aus
der ihr Gläubigen, meine Kirche, geschaffen wurdet, wie
Eva aus der Rippe Adams. Sie wurde von der Lanze geöffnet,
um für euch den Eingang zum Paradies zu öffnen,
die von dem Cherubin mit einem brennenden Schwert verschlossen
war." Tatsächlich vertrieb das Blut aus der Seite
Christi den Engel und machte das Schwert stumpf, während
das Wasser, das aus seiner Seite floss, das Feuer löschte.
Der
Heilige Geist
Das Feuer ist von seiner Natur her körperlos und
unsichtbar; doch aufgenommen von einem Körper nimmt es
eine andere Farbe an, je nachdem, was für ein Material
verbrennt. Auf die gleiche Art ist der Heilige Geist nicht
sichtbar, wenn nicht mit Hilfe der Kreaturen, in denen er
wirkt.
Und alle wurden erfüllt von dem Heiligen Geist (Apostelgeschichte
2.4). Sie sind erfüllt vom Heiligen Geist, der als
einziger die Seele füllen kann. Denn die gesamte
Welt ist nicht in der Lage sie zu füllen.
Und sie fingen an, zu predigen in anderen Sprachen, wie der
Geist ihnen gab auszusprechen (Apostelgeschichte 2.4). Wer
erfüllt ist vom Heiligen Geist, spricht verschiedene
Sprachen. Die verschiedenen Sprachen sind die unterschiedlichen
Zeugnisse Christi, nämlich:
·
die Bescheidenheit
· die Armut
· die Geduld und
· der Gehorsam.
Wir
sprechen diese Sprachen, wenn wir den anderen diese Tugenden
in uns selbst zeigen. Das Reden ist eine lebendige Sache,
wenn die Werke reden. Mögen die Worte enden, mögen
die Werke sprechen! Wir sind voll von Worten, doch leer
an Taten, und daher ziehen wir die Verdammung des Herren auf
uns, der den Feigenbaum verdammte, an dem er keine Frucht
fand, sondern nur Blätter.
Gregorius
schreibt: "Das Gesetz des Predigers ist, dass er in
den Taten das verwirklicht, was er mit Worten verkündet
hat. Vergeblich rühmt sich, das Gesetz Gottes zu
kennen, wer die eigene Lehre durch die Taten zerstört."
Die Apostel hingegen sprachen so, wie es ihnen der Heilige
Geist gebot sich auszudrücken. Glücklich sei der,
der so spricht, wie ihn der Heilige Geist inspiriert, und
nicht sein eigener Geist!
Das
geistige Testament des heiligen Antonius
Von drei Dinge stammen der Tod oder das Leben ab:
· vom Herzen
·
von der Zunge und
·
von der Hand.
Das Herz symbolisiert die Übereinstimmung mit
dem Guten oder dem Bösen; die Zunge unsere Ausdrucksfähigkeit
von Worten; die Hand unser Handeln. Wenn wir den
Herren in diesen drei Arten verleugnet hätten, nun denn:
das Böse sollte mit seinem Gegenteil geheilt werden,
indem wir ihn auf dieselbe Art loben
Wer keinen Glauben hat oder der Todsünde verfällt,
verleugnet ihn mit dem Herzen. Stephanus sagt in Apostelgeschichte,
7, 35: Sie hatten Moses verleugnet, indem sie sagten: "Wer
hat dich zum Fürst und Richter über uns gemacht?"
Moses, das bedeutet "im Wasser lebend", verkörpert
den Glauben, der sich von den Wassern der Taufe nährt;
oder von der Gnade der Reue. Der Glaube ist die erste Tugend,
ist der Fürst; Richter ist die Gnade der Reue, mit der
der Sünder über sich selbst richtet und das vollbrachte
Übel verdammt. Sie verleugnen Moses und wollen nicht,
dass er Fürst und Richter über sie sei, die keinen
Glauben haben oder der Todsünde verfallen sind.
Mit der Zunge verleugnet derjenige Christus, der durch
die Lüge die Wahrheit zerstört, oder den Nächsten
verleumdet. Petrus spricht (Apostelgeschichte 3.13-14):
Ihr habt den Rechten verleugnet und gebeten, dass ein Mörder
freigelassen würde. Pilatus, das bedeutet "Mund
des Hämmerschmieds", ist die Lüge und die Verleumdung.
Jene leugnen Christus, die die Wahrheit mit der Lüge
und die Nächstenliebe mit der Verleumdung schlagen und
zerstören.
Mit der Hand verleugnet auch derjenige Christus, der verderbte
Taten vollzieht. Er verleugnet Gott mit den Werken, sagt
der Apostel (Brief des Paulus an Titus 1.16). Mögen also
diejenigen, die Christus in der Dunkelheit der Sünde
verleugnen, bei der Predigt des Wort Gottes bereuen, bis sie
im Licht der Reue zusammen mit Petrus dreimal bekennen
können: Ich liebe, ich liebe, ich liebe!
Ich
liebe mit dem Herzen,
durch
den Glauben und die Demut
ich
liebe mit der Zunge,
indem
ich die Wahrheit verkünde und den Nächsten erbaue;
ich
liebe mit der Hand
durch
ein reines Handeln.
Lobrede
der Stille und der Einsamkeit
Gott
gibt der Seele in der Einsamkeit des Geistes und des Körpers
Frieden. Von ihm steht in den Klagelieder 3, 28-29: Einsam
wird er sich setzen und schweigen, denn er wird sich über
sich selbst erheben; er wird seinen Mund in den Staub drücken.
In
diesem Satz sind fünf Dinge enthalten, die
für jeden Rechtschaffenen notwendig sind:
1.
der Frieden der Seele, wo gesagt wird: Er wird sich
setzen
2.
die Trennung von den irdischen Gütern, wo gesagt
wird: Einsam
3.
die Schweigen des Mundes, wo ergänzt wird: Und
er wird schweigen;
4.
die Erhebung in die Kontemplation: Er wird sich über
sich selbst erheben
5.
die Erinnerung an die eigene Zerbrechlichkeit: Er wird
seinen Mund in den Staub drücken, um darüber zu
reden im Angedenken an das, was geschrieben steht: Denn du
bist Erde und sollst zu Erde werden (1. Mose 3.19)
Das
Schiff der Buße und der Bekehrung
Um
ein Schiff zu steuern sind wenigstens vier Dinge nötig:
Der Mast, das Segel, das Ruder und der Anker.
1.
Der Mast symbolisiert die Reue des Herzens;
2.
das Segel ist die Beichte des Mundes; denn die
Beichte muss mit der Reue verbunden werden, wie das Segel
mit dem Mast;
3.
das Ruder, die Werke der Wiedergutmachung: Fasten,
Beten, Almosen;
4..
der Anker, die Erinnerung an den Tod.
So
wie der Anker das Schiff zurückhält, damit es nicht
auf die Felsen aufläuft, so hält die Erinnerung
an den Tod unsere Seele zurück, damit diese nicht in
den Sünden untergeht. Zu dieser Gelegenheit sagt
Sirach, 7.40:Was du auch tust, so bedenke dein Ende, dann
wirst du nie etwas Böses tun. Wer also wünscht,
von dem Ufer dieses sterblichen Lebens zum Ufer der Unsterblichkeit
zu gelangen und die himmlische Stadt Jerusalem zu erreichen,
der besteige das Schiff der Reue, wie der Apostel mahnt.
Erneuert
euch im Geist eurer Gedanken
In der Reue des Herzens
Und
kleidet euch mit dem neuen Menschen
In
der Beichte des Mundes,
Geschaffen durch Gott in der Gerechtigkeit und Heiligkeit
der Wahrheit
In
der Wiedergutmachung des Bösen durch gute Taten.
Der
Duft der ewigen Gemeinschaft
Jesus
sagt: In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. (Johannes
14.2). Hier die Frucht des Granatapfels, dessen Körner
alle von derselben Schale bedeckt sind und doch hat jedes
Korn seine eigene Höhle. So wird in dieser ruhmreichen
Ewigkeit eine einzige Wohnung sein, doch jeder wird seine
eigene Zelle darin haben, denn unterschiedlich ist die
Würde in der selben Ewigkeit, anders ist der Glanz der
Sonne, anders der des Mondes und noch wieder anders der der
Sterne.
Doch
trotz des unterschiedlichen Glanzes wird die Freude gleich
sein, denn ich werde dein Gutes genießen, so
wie meins, und du wirst meines genießen, wie das deine.
Ein Beispiel: Wir sind hier zusammen und ich halte eine Rose
in der Hand.
Die
Rose ist meine, und doch genießt du ihre Schönheit
und ihren Duft, so wie ich ihn genieße. Auf ähnliche
Weise wird im ewigen Leben mein Ruhm deine Freude und dein
Frohlocken sein.
In
diesem großen Glanz wird die Leuchtkraft der Körper
sein, die ich in deinem Gesicht wie in einem Spiegel werde
erblicken können, und du wirst dich in meinem Gesicht
sehen können, und daraus wird eine erhabene Liebe erwachsen.
Augustinus sagt: "Welche Liebe wird sein, wenn jeder
sein Gesicht im Gesicht der Brüder sehen wird, so wie
wir hier unten jeder das Gesicht des anderen sehen?"
Alles wird in diesem Glanz glänzen, nichts wird den anderen
verborgen bleiben, nichts wird dunkel sein.
In
der Offenbarung des Johannes 21.18 lesen wir: Die Stadt Jerusalem
wird aus reinem Gold sein, ähnlich reinem Kristall. Jerusalem
wird wegen des Glanzes der ruhmreichen Körper wie reines
Gold sein, die ähnlich reinem Kristall sein werden, denn,
wie jedes Ding, das im reinen Kristall enthalten ist, von
außen klar zu erkennen ist, so werden in dieser Friedensvision
alle Geheimnisse des Herzens gegenseitig klar sein und daher
wird in ihnen unauslöschliche, erhabene und gegenseitige
Liebe brennen.
Augenblicklich
lieben wir uns jedoch nicht wahrlich gegenseitig wie es
nötig wäre, denn wir verstecken uns im Dunkel, wir
schließen uns gegenseitig von dem Geheimnis unseres
Herzens aus und so erkaltet die Liebe, und die Vergiftung
breitet sich aus.
Wenn's
nicht so wäre, hätte ich es euch gesagt (Johannes
14.2), d.h. wenn die Dinge anders wären, hätte ich
es euch nicht verschwiegen, ich hätte es euch vielmehr
aufrichtig offenbart, dass es dort oben viele Zimmer gibt.
Doch wisst, dass ich euch einen Platz bereiten werden. Ein
Vater bereitet für den Sohn einen Platz, auch der Vogel
bereitet ein Nest für seine Küken. So hat Christus
uns einen Platz bereitet: Die Ruhe des ewigen Lebens; und
zuvor hat er uns noch den Weg geöffnet, um dahin zu gelangen.
Er sei gesegnet in alle Ewigkeit. Amen.
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