| |
Antonius
ist als Mann Gottes, als Prediger des Wort Gottes, Theologe
und noch mehr als wundertätiger Heiliger bekannt. Gleichzeitig
ist er jedoch auch ein Doktor der Mystik. Nichts kann
zur Kenntnis einer solchen Theologie besser führen, als
die Lektüre der Texte des heiligen Antonius.
Die Erfahrung des mystischen Antonius lenkt die Aufmerksamkeit
auf einen Menschen, der immer ein Mystiker blieb und in
der lebendigen Beziehung mit Gott durch Christus zur spirituellen
Reife kam. Die mystische Erfahrung des Heiligen von Padua
ist die Erfahrung eines Christus-Gläubigen, bei dem der
Bezug zu Christus absolut, radikal und normativ ist.
Antonius strebt danach, ein weiterer Christus zu sein,
nicht auf leiblicher Ebene, als wenn er sich auf ein Modell
oder einen toten Kodex beziehen sollte, sondern mit der
Kreativität seines Geistes. Das Anliegen Christi
ist auch sein Anliegen. Und doch gibt es eine Besonderheit
in der historischen Existenz Jesus' und in der seinen. Bruder
Antonius lässt sein Leben von Christus bestimmen, mehr
noch als von seiner Lehre.
So
erinnert der Heilige von Padua kaum an Christus, aber - durch
die Gegenwart des Geistes - ist er in eher unbekannter
Art ein "Gedächtnis" und ein "Andenken"
an ihn.
Text:
Antonio Giuseppe Nocilli, Überarbeitung: Padre Paolo
Floretta
|