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Glauben und lieben
 



L.Galdiolo, Ikone des hl. Antonius, 1995

Der Glaube muss von der Liebe beseelt sein (credere in Deum est credendo amare).

Der Glaube ohne die Liebe ist unnütz. Die Liebe ist für das Leben des Glaubens so grundlegend, dass dieser ohne sie nicht bestehen kann und stirbt.

Die Liebe, die bereits in dem Wesen des Glaubens vorhanden ist, zeigt sich in der kontemplativen Tätigkeit, als brennender Wunsch nach Gott (appetitus regni). Sie ist für den Heiligen einer der vier "Flügel", die dem rechten Menschen erlauben, aus der Hast des Lebens zu entkommen und sich vollständig in Gott zu versenken.

Auf der einen Seite gibt Antonius der Liebe entsprechend der franziskanischen Schule den Vorzug, auf der anderen Seite weist er den Verstand jedoch nicht zurück. Er verbindet ihn eng mit Liebe und macht ihn zum untrennbaren Begleiter auf dem mystischen Weg zu Gott. Die Kontemplation ist für ihn ein Akt des Bewusstseins und der Liebe. Sie ist liebende Erkenntnis. Sie, so wiederholt er auf allen Ebenen, ist ein Gefühl, aber auch eine Intuition, eine intellektuelle Vision, bei der die Seele ihr Augenmerk auf die Sonne der Göttlichkeit legt. Die Seele des kontemplativen Menschen ist wie ein Aquädukt, auf dem das Wasser des "spirituellen Bewusstseins" entlang fließt. In ihrer Einfachheit schaut sie Gott.

In den Sermones gibt es einen einprägsamen Ausdruck, der mit der gesamten Doktrin des Antonius' über das Primat der Liebe vollkommen übereinstimmt: "Gott setzt ein Auge auf das Herz, wenn das Licht der Kontemplation in dieses eindringt…" Hier auf der Erde ist das Auge der Seele die Liebe, die als einzige in der Lage ist, jeden Schleier zu überwinden. Wo der Verstand scheitert, fährt die Liebe mit ihrer Wärme, die zur Einheit mit Gott führt, fort. Natürlich ist die Seele nicht in der Lage, sofort das göttliche Wesen oder die göttliche Substanz zu schauen. Sie sieht Gott nicht, wie er in sich ist (das ist vielleicht nur Moses und dem heiligen Paulus gelungen), doch durch die Macht der Liebe erreicht sie Gott, wird mit ihm eins, wie der bekannte Ausspruch von Paulus, den uns Antonius selbst mitteilt, sagt: "Wer aber dem Herrn anhängt, der ist ein Geist mit ihm" (1 Kor 6,17). Das Wissen, das die Seele von der Göttlichkeit hat, ist vermittelt: d.h. Gott wird durch das Gefühl einer süßen und spirituellen Freude erfahren, die die Einheit mit Gott in der Seele hervorbringt.

Text: Antonio Giuseppe Nocilli, Überarbeitung: Padre Paolo Floretta



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