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Antonianische Caritas
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Das Antoniusbrot
 


G. Tessari (zugeschrieben) Die Mutter entdeckt ihr ertrunkenes Kind im Kochenden Wasser, Scoletta,1524, DetailDas so genannte Werk "Brot für die Armen" oder einfach "Antoniusbrot" verdankt sein Bestehen eines der vielen Wunder, die der Heilige kurz nach seinem Tod, als die Basilika erbaut wurde, gewirkt hat.
Ein kleines Kind fiel in einem unbeobachteten Moment in einen großen Wasserbehälter und ertrank.
Die verzweifelte Mutter lief voller Vertrauen zum heiligen Antonius und versprach soviel Getreide für die Armen, wie viele Kilogramm das Kind auf die Waage brachte (vgl. Rigauld Vita, Kap.10,3). Und so geschah es.

 

G.Tessari (zugeschrieben), Eine Mutter zeigt den Patres das durch die Fürsprache des hl. Antonius vom Tod erweckte Kind, Scoletta, 1425, DetailSo entstand die so genannte "pondus pueri"-Volksfrömmigkeit; das Gewicht des Kindes als wohltätiger Zweck.

Viele Eltern versprachen dem heiligen Antonius in Folge so viel Brot für die Armen wie viel ihre Kinder wogen, wenn er sie vor Epidemien und Krankheiten verschont hätte. Dieser Brauch ging im Mittelalter allerdings verloren.

Erst im 19. Jahrhundert rief ihn der Priester Antonio Locatelli wieder ins Leben; seither hat er sich in aller Welt verbreitet und neben jeder Antoniusstatue finden wir nun auch Opferkästen für das Armenbrot.

Das "Antoniusbrot" ist, nach einer Inspiration des hl. Antonius, ein Instrument der Nächstenliebe, um den Notdürftigen unter die Arme zu greifen. Es ist ein Zeichen jenes franziskanischen Geistes, der in den Ausgeschlossenen die bevorzugte Stelle erkennt, in der sich die Liebe und die Zärtlichkeit Gottes zeigen.

Eine franziskanische Schwester der Armen vor dem Haus des WerkesEin Franziskaner-Bruder und eine Schwester der Armut nehmen die Menschen auf, die vor Ort oder per Brief um Hilfe bei ihren Problemen bitten; sie halten auch den Kontakt mit den Priestern, den Organisationen, den Gruppen und Institutionen aufrecht, die sich der Armen annehmen.

Vor Ort sind auch einige Ehrenamtliche tätig, die die Buchführung erledigen, Gutscheine für ein Mittagessen austeilen und mit den Gefangenen Briefkontakt pflegen. Unser Sitz pflegt den Kontakt mit den verschiedensten Personen in materiellen und geistigen Nöten. Mehr als 1000 Einheimische und Ausländer der verschiedensten Religionen, Kulturen und Nationalitäten gehen im Jahr ein und aus.

Tiziano, Nicola da Stra, der Guardian der Erzbruderschaft des hl. Antonius verteilt den Armen Brot, Scoletta, 1511, DetailUnsere "Freunde" sind Einwanderer auf der Suche nach Arbeit und einem Zuhause, Drogenabhängige, Geschiedene, ehemalige Gefangene, Alkoholiker, Menschen, die der weiblichen und männlichen Prostitution verfallen sind, psychisch Kranke, Homosexuelle, Problemfamilien, Jugendliche, die von Zuhause ausgerissen sind, Pensionisten, die mit ihrer Mindestrente kein würdiges Leben führen können... Eine Liste, die jeden Lebenswinkel und jede Lebensecke einschließt. In jedem Menschen das Antlitz Gottes sehen, wie Jesus uns selber lehrt (Mt 25), ist die Frucht einer ständigen Suche und der intensiven Beziehung zwischen denen, die direkt damit zu tun haben.

Wir versuchen, mit allen eine Beziehung aufzubauen, die über das hinausgeht, was man ganz einfach geben kann. Durch uns soll jeder zu Gott finden. Dies gibt unserem Dienst einen tiefen Sinn.

In allen hat sich eine tiefere Beziehung der Liebe breitgemacht, durch die jeder etwas von sich uns geschenkt hat.

Einige Fakten: Ein Herr hat bemerkt, dass wir nicht genügend Stifte zum Schreiben hatten und, ohne dass wir ihn darum gebeten haben, hat er uns ein Dutzend davon gebracht; eine Alkoholikerin holte sich keinen Gutschein für ihr Mittagessen, ohne uns eine Rose zu bringen. Es geschah auch, AIDS-Kranke an die Tür des Paradieses zu begleiten, einige Nichtgläubige, die eindeutige Zeichen des inneren Friedens aufwiesen: Der Herr nahm sie in seine offenen Arme auf. Manchmal schenken uns die Armen ihre wahre Lebensgeschichte, die Leiden, die Ängste ihres Daseins.

Hier werden folgende Dienste angeboten:

  • Zu aller erst wird jedem zugehört und auf seine Not eingegangen.

  • Täglich werden 4000 Gutscheine für ein warmes Essen vergeben.

  • In 22 Bäckereien und Gemischtwaren können unsere Armen einkaufen gehen.

  • 100 kg Brot kommt täglich dem "Piccolo Cottolengo von Sarmeola" zu.

  • In einer Apotheke können Medikamente eingekauft werden.

  • Monatlich werden 60 Pakete mit Lebensmitteln verschickt

  • Bedürftigen Familien wird auch mit Geldsummen unter die Arme gegriffen.

  • 90 Klausurklöster werden von uns unterstützt.

  • Verschiedene Institute wenden sich mit den unterschiedlichsten Problemen an uns.

Wir sind uns bewusst, dass wir nur ein Zeichen der Nächstenliebe und der Liebe Gottes sind, die uns nie verlässt und die in uns wohnt. Er, der mitten unter uns ist (Mt 18,20), heilt die Menschen, indem er die Wunden derer verbindet, die leiden und die einsam und alleine sind.



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