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Die Pilgerschaft zu den "antonianischen Orten" endet
nicht mit dem Besuch des Grabes des heiligen Antonius
und der ihm gewidmeten Basilika, sondern kann mit dem
Besuch anderer Wallfahrts-Kirchen vervollkommnet werden:
Camposampiero, wo der Heilige die letzten Tage
verbrachte, und die Arcella, wo er sein Leben
beendete. |
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Camposampiero
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Camposampiero ist ein wichtiges Zentrum der
Provinz von Padua, zwanzig Kilometer von der Stadt entfernt.
Zu den Zeiten des heiligen Antonius war es eine Vorstadt
mit einem Schloss, das im Besitz des Grafen Tiso
VI war. Dieser wurde durch die Predigt des Heiligen
bekehrt. Der Graf überredete ihn, dahin zu ziehen,
um sich auszuruhen und sich körperlich und geistig
zu erholen. Der Heilige ging dahin im Mai 1231.
Ausserhalb der Schlossmauern gab es eine "Einsiedelei",
wo einige Minoriten lebten, und der heilige Antonius
schloss sich ihnen an; aber auf der Suche nach mehr
Ruhe, liess er sich eine kleine Hütte auf einem Nussbaum
bauen. "Der Mann Gottes, der eines Tages die Schönheit
des Baumes bewundert hatte, entschloss sich, auf Anweisung
des Geistes, sich eine Zelle auf dem Nussbaum zu schaffen,
weil der Ort ungeahnte Einsamkeit bot, und der Beschaulichkeit
dienende Ruhe. Nachdem der Edelmann durch die Mönche
von diesem Wunsch Kenntnis erhalte hatte, vereinte er
einige Stangen im Quadrat und durch die Äste hindurch
und fertigte mit seinen Händen eine Zelle aus Matten". |
Camposampiero erinnert an ein anderes Geschehen aus
dem Leben des Heiligen: Die Vision des Jesus-Kindes.
Es ist ein Ereignis das am meisten den geistlichen Charakter
des heiligen Antonius, der ein Beschaulicher war, von
Innen beleuchtet. Das Buch der Wunder erzählt:
"Als der heilige Antonius sich einmal in einer Stadt
zum Predigen befand, wurde er von einem Ortsbewohner
aufgenommen. Dieser teilte ihm ein separates Zimmer
zu, damit er sich ungestört dem Studium und der Bertrachtung
hingeben konnte [ …]. Während der Hausherr mit Bereitwilligkeit
und Ergebenheit das Zimmer betrachtete, in dem der heilige
Antonius alleine betete, und heimlich durch das Fenster
spähte, sah er wie in den Armen des seligen Antonius
ein wunderschönes und fröhliches Kind erschien. Jenes
Kind war der Herr Jesu".
Zur Erinnerung an die beiden Ereignisse sind in Camposampiero
zwei Kirchen entstanden: der Vision (della Visione)
und des Nussbaums (del Noce).
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Wallfahrtskirche
der Vision
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Nach dem Tod des Heiligen, wollten die Einwohner von
Camposampiero die Orte behüten, die durch die Anwesenheit
des heiligen Antonius geheiligt wurden. Das ursprüngliche
Kirchlein, wo der Heilige gebetet, die Eucharistie
gefeiert und gepredigt hatte, und das dem heiligen Johannes
der Täufer gewidmet war, wurde 1437 vollkommen rennoviert
und vergrössert. Die neue Kirche wurde Ziel ständiger
Pilgerschaften von Ergebenen des Heiligen, die von eifrigen,
den Bedürfnissen der Bevölkerung offenen Mönchen aufgenommen
wurden.
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Im Jahr 1769 ordnete der venezianische Senat die
Unterdrückung vieler Klöster an, darunter auch das
von Camposampiero.
Das Komplex (Kirche, Kloster und Ländereien) ging wieder
in den Besitz der alten Nachkommen der Familie Camposampiero
über. Diese pflegten nicht die Instandhaltung der
Kirche, welche zum grössten Teil vom französischen
Vandalismus im Jahr 1798 demoliert wurde.
Nach verschiedenen Wechselfällen pflegte die Gemeinde,
seit 1854 Inhaberin der antonianischen Oratorien,
die Instandhaltung der Kirche.
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Am 17. Oktober 1895, zurückgerufen von
den Autoritäten und vom Volk, kamen die Minoriten
(Mönche des Heiligen) zurück und nahmen die Antonianischen
Orte wieder in ihren Besitz.
Die Anwesenheit der Mönche gab den Wallfahrtskirchen
neues Leben zurück. Nach der Planung eines neuen Tempels
durch den Architekten Augusto Zardo, wurde am
26. Dezember 1906 der Grundstein der heutigen Kirche
gelegt, die 1965 erweitert wurde. |
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| Die
Zelle der Vision |
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Der heutige Wallfahrtsort beherbergt, eingebettet
und in ein Kapellchen verwandelt, die Zelle der
Vision, die die Schmähungen der Zeit und der Geschichte
überlebt hat. Man erreicht sie durch eine schmale Treppe.
Es ist eine ärmliche kleine Zelle aus Ziegelsteinen,
die dem ursprünglichen Kloster angehörte und vom Heiligen
bewohnt wurde.
Dort wird, unter Glas, eine grosse Tafel aufbewahrt,
von der man annimmt, sie sei sein Nachtlager
gewesen.
Im Hintergrund ein Altärchen mit einem Bild das an die
Vision erinnert. An der Seite stellt ein schönes Gemälde
von Andrea di Murano (1486) das ganze Bild
des Heiligen in natürlicher Grösse dar mit den gewohnten
Symbolen der Lilie und des Buches, Symbole seiner Lebensreinheit
und seiner Lehre.
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Es ist der wichtigste Ort des ganzen Komplexes und der
liebste der Ergebenen, wegen des übernatürlichen Ereignisses,
das der seelige Antonius erlebte, indem er sich an der
Vision des Jesus-Kindes erfreuen konnte. Aus diesem
Grund wird die Zelle das kleine "antonianische Betlehem"
genannt. 1924 wurde das kleine Gebäude restauriert,
das sich z. T. an den Stil von 1300 anlehnt. Mit der
Restaurierung den Jahres 1995 wurde im Erdgeschoss
eine Nische für die Reliquien eingerichtet..
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NÜTZLICHE
INFORMATIONEN
- Telefon+
39 049 93 15 711
Öffnungszeiten
der Wallfahrtskirche
- Täglich:
6.45 - 12.00; 15.30 - 19.00
Heilige
Messen
- Werktags:
7.00 - 8.00 - 9.00. (7.30 Uhr Lobsprechung;
19.00 Vesper)
- Festtags:
7.00 - 8.00 - 9.15 - 10.30
Sakrament
der Versöhnung
- Jeden
Tag sind Priester anwesend für das Sakrament
der Versöhnung oder für geistliche Fuhrung von
7.00 bis 12.00 Uhr und von 15.30 bis 18.30 Uhr
(im Sommer: 16.30 - 19.15).
Besondere
Feiern
- Aufnahme
und Empfehlung für Hochzeitstage und das Anvertrauen
der Kinder dem Heiligen Antonius.
- Möglichkeit
besonderer Feiern für Gruppen.
- Spirituelle Riten und Tage der Spiritualität
mit rechtzeitiger Vorbestellung für das anliegende
Haus der Spiritualität.
- In
der Nähe der Wallfahrtskirchen stehen grosse
Räumlichkeiten zur Aufnahme von Gruppen und
Pfarrvereinigungen zur Verfügung. Einige Mönche
stehen für Begegnungsmomente zur Verfügung.
Pilgersaal
- Die
Wallfahrtskirche verfügt über Säle für Versammlungen
und Begegnungen, weite und ansprechende Räume
zur Erholung und ein Ausstellungssaal zur Projektion
der antonianischen Filme.
Im
Grabgewölbe
- Die
ständige Krippe und eine missionarische Ausstellung,
die sonntags geöffnet ist.
Geschäft
und Buchhandlung
- Den
Pilgern wird die Möglichkeit gegeben, Unterstützung
für das Leben im Glauben zu finden, Bilder und
Andenken der Wallfahrtskirche, sowie eine grosse
Buchhandlung.
- Es
ist möglich, heilige Messen oder besondere Feiern
für Pilgergruppen vorzubestellen.
- Im
Geschäft kann man die Zeitschrift abonnieren.
Die
Zeitschrift "Santuari antoniani" (antonianische
Wallfahrtskirchen)
- Ist
die Monatszeitschrift der Wallfahrtskirchen
und des Clarissen-Klosters
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Die
Wallfahrtskirche des Nussbaumes (Santuario del
Noce) |
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Vom
Kirchenplatz erreicht man über eine lange Allee
das Oratorium des Nussbaumes (Oratorio
del Noce), dort erbaut, wo einmal der Baum stand,
der der "letzte Wohnsitz des Heiligen" war. Das
Gebäude stammt aus dem Jahr 1400: Es handelt
sich um ein Kunst-Juwel, vor allem wegen der
Fresken die die Fassade (aussen und innen)
bedecken und die Wände des ersten Schiffes.
Sie sind das Werk von Girolamo Tessari
(genannt Vom Heiligen), der sie in der ersten
Hälfte des 15. Jahrhunderts malte und stellen
Geschehnisse aus dem Leben des heiligen Antonius
dar, vor allem die bekanntesten Wunder.
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Die Apsis ist besetzt mit einem schönen Gemälde
von Bonifacio da Verona (1536) und stellt
den Heiligen dar, während er vom Nussbaum predigt.
Zur Zeit ist es das Kirchlein wo die Clarissen
des anliegenden Klosters beten. Die Kirche des
Nussbaumes ist, in der Tat, begleitet von einem
Bau jüngeren Datums: Seit 1967 ist hier
eine Gemeinschaft von Clarissennn-Nonnen anwesend,
die ideell die Lebensweise des heiligen Antonius
in Camposampiero fortführen, und Alle an den vorrangigen
Wert des Gebetes erinnert.
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| Wallfahrtskirche
der Arcella (Santuario dell'Arcella) |
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Die Arcella ist heute ein dicht bevölkertes Viertel
von Padua, auf der Strasse die vom Zentrum nach Norden
führt, Richtung Camposampiero. Zu den Zeiten des
heiligen Antonius war es eine Vorstadt, wenig entfernt
von den Stadtmauern, und wurde Capo di Ponte genannt.
Dort existierte ein Kirchlein das nach der Heiligen
Maria der Zelle (Santa Maria della Cella) genannt
war. Daneben war ein Kloster von "armen Damen", oder
Clarissen, entstanden, und eine Einsiedelei,
bewohnt von einigen Minoriten. Die Tradition
erzählt, dass das ursprüngliche Kloster vom heiligen
Franziskus 1220 erbaut worden sei, als er vom Heiligen
Land zurückkehrte.
Hierhin wurde der sterbende heilige Antonius gebracht,
während er von Camposampiero nach Padua transportiert
wurde, am Abend des 13. Juni 1231.
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Hier starb er. "Als der Heilige sich also dort
befand, legte sich die Hand Gottes auf ihn und, als
der Schmerz mit grosser Gewalt zunahm, rief er grosse
Angst hervor. Nach kurzer Pause, der Beichte und dem
Erhalt der Absolution, sang er die Hymne an die Jungfrau
"O glorreiche Dame". Als sie fertig waren, erhob er
plötzlich die Augen zum Himmel und schaute mit verzücktem
Blick weit vor sich hin. Als der ihn stützende Bruder
fragte, was er sehen würde, antwortete er: "Ich sehe
meinen Herrn". Am Ende wurde jene sehr heilige Seele,
von der Gefangenschaft des Fleisches befreit, in den
Abgrund des Lichtes eingesaugt"(Vita assidua).
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Die Zelle
in der der heilige Antonius starb wird im Innern
einer grossen Kirche bewahrt. Sie wurde, nach anderen,
von E. Maestri im Jahre 1895 erbaut und 1930
von N. Galimberti erweitert.
In der ungeschmückten Zelle gibt es nur eine Statue
des sterbenden heiligen Antonius, gehauen 1808
von R. Rinaldi.
In der Kirche werden auch die Überreste der seligen
Elena Enselmini, einer jungen Clarissen-Nonne aus
Padua, aufbewahrt. Sie lebte in der Arcella zu Zeiten
des heiligen Antonius und starb im Ansehen einer Heiligen.
Die heutige Wallfahrtskirche stellt sich in seinen
harmonischen architektonischen Linien dar, die einer
gebildeten und angemessenen neugotischen Überarbeitung
entsprechen, mit einer klaren italienischen und franziskaner
Inspiration. |
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Das Äussere ist ganz in Backstein gehalten, belebt
durch einfache Dekorationen in Naturstein, die auf Themen
und Elemente des romanischen und gotischen venezianischen
Stils zurückgreifen. Das ausgewogene Spiel der Massen
der Querschiffe und der Absiden findet seine Synthese
in der Kuppel, die sich auf 40 Meter erhebt, mit der
harmonischen Kurve des Kugelabschnitts der Kupferplatten.
Das Innere greift auf den Gebrauch von Backstein
zurück, welcher das Hauptelement der eleganten architektonischen
Rippen bildet. Sie werden von der weiss-roten Bichromie
- den Farben der Stadt Padua - belebt.
Die Verstrickung der Gewölbe des Schiffes und der Querschiffe
skandiert den Raum, der nach oben absorbiert wird vom
sehr hellen Volumen der Kuppel. Sie ist ein wirklich
offener Himmel über der Cella del Transito (Durchgangszelle)
des Wundertäters, zum Schwerpunkt des Tempels erhoben,
der sich in der grossen Apsis schliesst, die den Klosterchor
aufnimmt. Würdevoll und feierlich, aber gleichzeitig
warm und hell, im Spiel das gebildet wird von den sonnigen
Wänden und von den Backstein-Strukturen, ist die
heutige Kirche das Werk von zwei Architekten, die aufeinander
folgten von 1886bis 1931 in der Planung und
Direktion der Arbeiten. Eugenio Maestri und Nino
Galimberti haben es verstanden, dem Tempel eine
sehr originelle Prägung von hohem Niveau und ausgewogenem
Geschmack zu verleihen, indem sie eines der interessantesten
architektonischen neugotischen Werke des italienischen
Panorama am Ende des 1800. Jahrhundert schufen.
Der sehr schlanke und monumentale Glockenturm,
der neben der Kirche steht (Höhe 75 m), wurde 1898/99
vom paduanischen Architekten Agostino Miozzo
geplant, und 1922 eingeweiht, indem man die grosse
Statue des heiligen Antonius (6 m hoch) dort unterbrachte,
am höchsten Punkt der Kirchturmspitze. Sie ist das Werk
des veronesischen Bildhauers Silvio Righetti.
In der Glockenzelle findet, in perfekter Tonleiter,
ein feierliches Konzert aus acht Glocken (5.850 Kg Bronze)
Platz. Sie wurden gegossen von der alten Giesserei "Cavadini"
in Verona.
Die Wallfahrtskirche der Arcella hat eine sehr lange
und bewegte Geschichte, auf
die wir verweisen. Sie betreut heute eine der grössten
Pfarreien der Stadt Padua.
Öffnungszeiten
Feiertags: 8-12; 15:30-20:30
Werktags: 7-12; 15:39-19
Mess-Zeiten
Feiertags 8:30; 10; 11:30; 18; 19:30; un 17.00 Uhr
Vesper
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